Gedenkstätte Ehemalige Synagoge / Hanauer Judengasse
Die Gedenkstätte an die Reichspogromnacht 1938 und die ehemalige Hanauer Judengasse (seit 1898 Nordstraße) befindet sich gegenüber dem Standort der ehemaligen Synagoge. Das Gebäude wurde am 10. November 1938 von NS-Schergen in Brand gesteckt und zerstört.
Auf dem Gedenkstein, der 1964 gesetzt wurde, ist das Jeremia-Zitat zu lesen: "Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen".
Während der nationalsozialistischen Diktatur (1933 - 1945) wurden jüdische Bürgerinnen und Bürger diskriminiert, entrechtet und verfolgt. Ihrer Existenzgrundlage beraubt, verließen viele ihre Heimat und flüchteten ins Ausland. Andere suchten Zuflucht in Frankfurt oder in anderen Städten. Bis 1945 wurden über 240 Hanauer Jüdinnen und Juden ermordet.
Auf dem Gedenkstein, der 1964 gesetzt wurde, ist das Jeremia-Zitat zu lesen: "Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen".
Während der nationalsozialistischen Diktatur (1933 - 1945) wurden jüdische Bürgerinnen und Bürger diskriminiert, entrechtet und verfolgt. Ihrer Existenzgrundlage beraubt, verließen viele ihre Heimat und flüchteten ins Ausland. Andere suchten Zuflucht in Frankfurt oder in anderen Städten. Bis 1945 wurden über 240 Hanauer Jüdinnen und Juden ermordet.
Bereits im Mai 1938 wurden die Eingänge der Synagoge in einer gezielten antisemitischen „Aktion“ zugemauert. In den Mittagsstunden des 10. November 1938 entweihten Hanauer Nazifunktionäre und ihre Helfer die Synagoge, demolierten die Inneneinrichtung und setzten das Gebäude in Brand. Die Synagoge wurde bis auf die Außenmauern zerstört, die Feuerwehr schützte nur die anliegenden Gebäude. Mehrere hundert Schaulustige waren anwesend, darunter etliche Schulkinder. Auf dem nahen Paradeplatz, heute Freiheitsplatz, fand die Herbstmesse statt. Anschließend richtete sich die Zerstörungswut gegen den Jüdischen Friedhof in der Mühltorstraße, der durch das Niederbrennen der Leichenhalle und das Umstürzen von Grabsteinen geschändet wurde. Während des Novemberpogroms wurden jüdische Familien in ihren Wohnungen überfallen und misshandelt. Kantor Sulzbacher aus der Nürnberger Straße 3 starb an seinen Verletzungen. Zahlreiche jüdische Männer wurden verhaftet und für mehrere Wochen in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar verschleppt, Geschäfte jüdischer Inhaberinnen und Inhaber wurden zerstört.
Ab September 1941 waren jüdische Menschen, auch Kinder ab sechs Jahren, gezwungen, den sog. „Judenstern“ zu tragen, viele wurden zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Ab September 1941 waren jüdische Menschen, auch Kinder ab sechs Jahren, gezwungen, den sog. „Judenstern“ zu tragen, viele wurden zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Jüdische Familien wurden ab etwa 1940 in „Ghettohäuser" in der Nürnberger Straße 3, in der Langstraße 53 und in der Marktstraße 28 zusammengepfercht. Von dort aus wurden 29 Personen am 30. Mai 1942 und weitere 21 am 5. September 1942 vom Hanauer Hauptbahnhof aus gewaltsam verschleppt. Auch nach Frankfurt Verzogene wurden 1941/1942 in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager im Osten deportiert und ermordet. Insgesamt wurden mehr als 240 jüdische Hanauerinnen und Hanauer umgebracht.
Gestaltung der Gedenkstätte
Die Gedenkstätte für die ehemalige Synagoge befindet sich in einer kleinen Grünanlage am Rande der Nordstraße in der Hanauer Innenstadt. Sie ist vom Freiheitsplatz aus mit wenigen Schritten zu erreichen.
Die Grünanlage liegt direkt vor den Resten der alten Stadtbefestigung Hanaus. Im sog. Hexenturm, der in Resten erhalten ist, befand sich im Mittelalter die erste Hanauer Synagoge. Die zweite Synagoge wurde mit der „Judenstättigkeit“, der Gründungsurkunde der zweiten Jüdischen Gemeinde 1605, auf der anderen Straßenseite errichtet. Sie wurde in den Reichspogromen 1938 zerstört.
Die Anlage wurde im Jahre 2003 von Grund auf saniert und mit neuen Anpflanzungen in den jetzigen Zustand versetzt. Zudem wurden zwei Texttafeln gestellt, die über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Hanau und ihre Vernichtung im Nationalsozialismus informieren.
Inschrift der Gedenktafel
"Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen. (Jeremia 31,15)
Ihren jüdischen Mitbürgern, Opfern der Schreckens-jahre 1933 - 1945, errichtet gegenüber dem Standort der zerstörten Synagoge als Zeichen des Gedenkens.
Die Stadt Hanau 1964"
Die Anlage wurde im Jahre 2003 von Grund auf saniert und mit neuen Anpflanzungen in den jetzigen Zustand versetzt. Zudem wurden zwei Texttafeln gestellt, die über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Hanau und ihre Vernichtung im Nationalsozialismus informieren.
Inschrift der Gedenktafel
"Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen. (Jeremia 31,15)
Ihren jüdischen Mitbürgern, Opfern der Schreckens-jahre 1933 - 1945, errichtet gegenüber dem Standort der zerstörten Synagoge als Zeichen des Gedenkens.
Die Stadt Hanau 1964"
Im November 2025 wurde dem Gedenkstein das „Denkmal ehemalige Judengasse“ hinzugefügt. Auf Basis von Plänen aus dem Hanauer Stadtarchiv gestaltete der Hanauer Student der Brüder Grimm Berufsakademie Philipp Lach ein dreidimensionales Modell des Straßenzuges, das eindrucksvoll die Wohnsituation in der Judengasse um 1900 darstellt.
Weitere Informationen finden Sie hier: Pressemitteilung
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